Masterclass 1 bei Steffen Böttcher AKA Stilpirat

Dies wird der lächerliche Versuch das Wochenende 13./14.10.2012 sinnvoll zusammen zu fassen. Dieser Versuch ist im Prinzip zum Scheitern verurteilt, denn das Wochenende ist nicht in Worte zu fassen. Ich versuche es trotzdem mal. Zuerst stellt sich natürlich die Frage, warum ich das nicht schon eher gemacht habe? Es war nicht möglich – ich stand die letzten Tage noch zu sehr unter „Stilpirat Drogen“ 😉 Nee im Ernst – war schon Hammer das Ganze.

Vor ca. 2 Jahren bin ich irgendwie auf Steffen Böttchers Blog „www.stilpirat.de“ gelandet. Keine Ahnung wie, aber wenn man sich  für Hochzeitsfotografie und Fotografie im Allgemeinen interessiert, landet man wohl zwangsläufig auf bei Steffen Böttcher. Ich will auch gar nicht weit ausholen, beschreiben kann man den Typen eh sehr schlecht, denn dafür fehlt mir die Zeit. Am besten zieht man sich mal folgendes Video bei youtube.com rein : http://youtu.be/1hM_VaYRF-w ,dann ist man schonmal ein ganzes Ende weiter.

Aktuelle Fotos findet Ihr unter: www.heidefotograf.de

Seinen Blog habe ich immer verfolgt, sein Hochzeitsbuch gekauft, sein Buch “ Abenteuer Fotografie. Aus dem Logbuch eines Fotografen„verschlungen u.s.w. Die Fotos auf seiner Seite sind Woche für Woche der Hit.

Irgendwann habe ich mir dann fest vorgenommen, dass wenn ich einen Workshop besuche, ich nur einen bei ihm besuchen werde! Leider hatte ich das nie so auf´m Schirm wann die Workshops sind.  Neulich dann hat er bei Facebook gepostet, dass noch ein Platz frei wäre. Kalender gecheckt – jo Termin frei. Einfach anmelden. So ging es kurz auf Hotelsuche in Buchholz und das Ding war geritzt. Es folgten sehr nette und persönliche E-Mails von ihm und seiner Frau in dem alles wichtige genau geklärt wurde.

Die Tage vergingen wie im Flug und ich habe mich auf das Wochenende gefreut wie ein kleines Kind. Am Samstag morgen ging es dann um sieben los bis kurz vor Hamburg. Dumm nur, dass ich mir richtig fein eine Grippe eingefangen habe und mich zum ersten mal seit langem mit Aspirin Complex vollpumpen musste. Wer meinen Körper kennt, weiss das da einiges rein muss. Da noch leichtes Fiber dabei war, habe ich bei jeder körperlichen Anstrengung geschwitzt wie ein Bulle – ein Traum für den Rest der Runde ! Aber alle habe es überlebt 😉

Um 10:00 Uhr war ein gemeinsames Frühstück angesagt und ich wollte auf keinen Fall zu spät kommen…. und sogar das ist mir gelungen 😉 Um kurz vor 10 öffnet ich also die Tür zum Garten und da stand er schon „an Deck seines Piratenschiffes „und begrüßte mich freundlich fast wie einen alten Freund….es war schon irgendwie lustig, man hatte selbst das Gefühl ihn schon seit Jahren zu kennen (so was ergibt sich wohl wenn man über 2 Jahre jeden Rotz eines anderen ließt ).  Auf gings ins innere des Priatenschiffs. Natürlich war ich mal wieder der Letzte der angekommen war, alle anderen hatten bereits Kaffee in den Tassen und Brötchen zwischen den Kiemen. Egal. Es ging los mit einer lockeren “ Vorstellungsrunde“ in der ich erstmal klar gemacht habe, dass ich nicht wirklich viel Ahnung habe, es mein erster Workshop ist und ich eigentlich nur da bin, um den Stilpiraten mal persönlich kennenzulernen. In dem Moment habe ich mich ehrlich gesagt dann doch gefragt, was um alles in der Welt mich hier wirklich hingetrieben hat.

Ich glaube das ich gehofft habe, so ca. 30 verschiedene Posen abgreifen zu können, die ich dann mit meiner bescheidenen Zahl an Hochzeitpärchen mal eben so abspulen kann, oder ich noch so mega Kniffe aus der Fotografenwelt beigepult bekomme.

Woche für Woche habe ich gestaunt was Genosse Böttcher da immer wieder auf seinen Sensor zauberte und mich gefragt, woher holt der Typ sich die Ideen….. und ganz genau das hat er uns erklärt und gezeigt. Ich war erstaunt, platt und begeistert! Auf einmal gab es Input ohne Ende! Es ging an den ganzen zwei Tagen nicht um Blende, Iso oder Verschlusszeit – oder welchen Technik schnick schnack ich brauche. Nee, es ging darum, wie ich das Ganze überhaupt angehe. Was will ich fotografieren, was will ich mit dem Bild „erzählen“, wie bereite ich mich vor auf ein Shooting, was will der „Kunde“ überhaupt und wie gehe ich mit dem Menschen vor der Kamera um. Ich habe unglaublich viel gelernt, was mich nicht nur bei der Arbeit mit der Kamera weiterbringt, sondern privat und auch geschäftlich. Das ganze Wochenende hat sich schon jetzt voll für mich ausgezahlt und jeder der überlegt ob es denn das Geld wert sei, kann ich beruhigt sagen: es war das am besten angelegte Geld seit langem!

Am Nachmittag hatten wir dann Frieda und Claude als Modells vor Ort und wir konnten uns ein wenig probieren. Es war mal ganz gut mit völlig Fremden vor der Kamera zu arbeiten…. das hat mir nämlich gezeigt, dass ich es gar nicht kann 😉 Und nun der einzige Kritikpunkt am ganzen Wochenende – wobei ich es noch positiv finde: Als die Sonne rauskam und wir geniales Licht hatten, ging Steffen steil wie Schwein! Wir hatten nämlich nicht wirklich tollen Himmel, aber zwei drei mal riss der Himmel auf und Steffen war nicht mehr zu bremsen und fotografierte selbst.  Dumm nur das ich in den Momenten immer der Ochse mit dem „Licht“ in der Hand war 😉 Aber im Prinzip war mir das Latte, weil man sich dann abschauen kann, wie man mit den Modells umgeht. Am Abend wurde dann gegrillt und der erste Tag ging bei einem leckeren Bierchen zu Ende.

Völlig reizüberflutet ging es in einen netten Landgasthof in der Nähe. Die Nacht war kurz denn das war eindeutig zu viel Input für mein kleines Hirn, aber geil.  Zur Sicherheit habe ich am Sonntag morgen das mit gebuchte Frühstück im Landgasthof genossen, weil ich wieder nicht aufgepasst habe. Denn auf dem Piratendampfer gab es ebenfalls Frühstück vom feinsten! Die Piratenbraut hat´s einfach drauf und so gab es viel Selbstgemachtes – herrlich – dumm nur wenn die Wampe schon voll war.

Am Sonntag stand uns wieder ein Modell zur Verfügung. Hier gings erstmal um ein „Business Shooting“ – das war eigentlich ziemlich cool und hat mich enorm weiter gebracht, weil ich in den nächsten Wochen eh die zweifelhafte Ehre habe, alle Mitarbeiter in unserer Firma abzulichten.
Auch hier wurde ich fein abgekanzelt was meinen Umgang mit der Person vor der Kamera angeht! Selten habe ich soviel in 5 Minuten gelernt. Am Nachmittag hatten wir dann noch zwei weitere Aufgaben bekommen, eigentlich haben wir die Aufgabe am Tag davor bekommen und sollten uns drauf vorbereiten….. kurz – da habe ich völlig verkackt! Aber die ganze Sache war auch ziemlich gemein. Ich musst Steffen höchstpersönlich fotografieren. Lass mal Karate Kid gegen seinen Meister kämpfen – das geht auch nie gut!

Na ja, es war ein wenig Zeit zum plaudern und insgesamt war der Nachmittag noch einmal hochinteressant und ich habe auch hier viel gelernt. Um 17 Uhr gab es dann  Abendbrot von der Piratenbraut…. das auch dies ein Top war muss ich glaube ich nicht noch mal ausführen. Zum Abschluss gab es dann noch einmal ein paar gut gemeinte Ratschläge und einen Tritt in den Hintern und dann war der ganze Spuck auch schon vorbei. Draußen vor der Tür wurden wir herzlich verabschiedet und erst da habe ich gemerkt das ja auch noch drei andere Teilnehmer vor Ort waren;-) Das ganze Wochenende hat man nicht anders gekonnt als den Ausführungen vom Piraten zu folgen. Nicht eine Sekunde war es langweilig, nicht einmal habe ich gähnen müssen und nicht einmal habe ich gedacht, was erzähl der Typ da für einen Stuss. Alles hatte Hand und Fuss, wurde gut erklärt und machte Sinn.

Mit einem Hirn voller Ideen und voller Tatendrang ging es so, nach einem sehr netten Gespräch mit einer Dame die ebenfalls am Workshop teilgenommen hat, zurück nach Ostfriesland.

Leider habe ich keine Vergleiche zu anderen Workshops, aber es ging hier unglaublich persönlich zu. Man fühlte sich, als wäre man ein Freund des Hauses und zu keinem Zeitpunkt habe ich mich unwohl gefühlt. Steffen hat gemerkt wo jeder einzelne seine Schwächen hat und konnte  hier unglaublich gut helfen. Alles war sehr durchdacht und gut geplant. Man hatte nie das Gefühl, dass Steffen ein festes Programm hat, es gab zwar einen „roten Faden“ in der Veranstaltung, aber es war unglaublich individuell.

Schön war es auch mal mit was anderem wie einem Aufsteckblitz zu arbeiten und zu sehen wie einfach das alles eigentlich ist. Auch hat man mal verschiedenes anderes Equipment in die Finger bekommen und konnte es austesten. Leider schlägt sich das jetzt negativ auf meinem Bankkonto nieder 😉

Das sollte es dann auch gewesen sein. Hier noch ein paar Fotos vom Wochenende – nicht viele, aber immerhin. Die Fotos mit überragenden Lichtverhältnissen sind mir ja leider verwehrt geblieben 😉

Schöne Woche!

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5 comments
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  • Klarissa9. November 2012 - 11:30

    Bravo:)!Herzliche Grüße,KReplyCancel

  • Ronny9. November 2012 - 12:07

    Ich bin ja selten einer, der Kommentare schreibt. Noch weniger allerdings zu einem Beitrag mit dem Thema Hochzeitsfotografie. Da ich Steffen bereits persönlich kennenlernen durfte, treffen deine Beschreibungen zu 100 Prozent zu…. Er ist einfach ein geiler Typ und macht noch geilere Fotos und vermittelt das ganz so gekonnt seinen Teilnehmern, das diese am Ende ebenso geile Fotos machen….ReplyCancel

  • Werner10. November 2012 - 11:17

    Toller Bericht. Danke dafür. – Ich kenne kaum jemanden im Netz (der mit Begeisterung fotografiert), der nicht gerne mal mit dem Stilpiraten klönen möchte. (Und mir geht es auch so!)ReplyCancel

  • […] ich vor gut zwei Wochen. Im Oktober 2012 war ich in der schönen Nordheide beim Stilpiraten Steffen Böttcher. Was sich aus diesem […]ReplyCancel

  • Andreas29. Mai 2013 - 11:41

    Ein toller Bericht hinter die Kulissen. Vielen Dank !ReplyCancel