Als Hochzeitsfotograf auf Spiekeroog sowie meine „Neujahrsansprache“

Herje, die Story ist eigentlich schnell erzählt:

Durch verschiedene Umstände landete ich Ende Oktober auf meiner Lieblingsinsel Spiekeroog! Versprochen hatte ich mir davon einen entspannten „Hochzeits Hauptsaison Abschluss“, denn es folgten noch einige kleinere Hochzeiten bis zum Ende des Jahres.

Aber diese „kleine“ standesamtliche Hochzeit von Resa und Nils ging dann so wie ich es mag insgesamt über 3 schöne Tage.

Am Freitag Nachmittag setzte ich mit Teilen der lieben Familie rüber nach Spiekeroog. Jedesmal erstaunt es mich wieder, wie schön schnell man da schon „runterfährt“ – das erste Bierchen tut hier sein übriges.

Auf Spiekeroog wurden wir dann von Rest der Gesellschaft empfangen. Einchecken und ab ging es zum Minipolterabend im Hotelflur. Anschließend bekam ich dann die Möglichkeit mich von der Trinkfestigkeit der anwesenden männlichen Hochzeitsgesellschaft persönlich zu überzeugen… es wurde spät und sehr lustig.

So wie ich es liebe ging es am nächsten morgen, dem Tag der standesamtlichen Trauung, mit dem „Getting Ready“ los. Und ich muss gestehen, dass ich wirklich selten ein so was von tiefen entspanntes Brautpaar begleiten durfte.

Nachdem ich endlich einmal jemanden mit passenden Kleidungsstücken aushelfen konnte ( der Hund bekam meine Fliege 😉 ) folgte eine sehr schöne und emotionale standesamtliche Trauung im Rathaus von Spiekeroog… als Resa, mir Nils dann, begleitet von ihren Geschwistern eines meiner Lieblingslieder vorspielte, floss selbst mir ein Tränchen über die Wange ( zum Glück habe ich diese olle Kamera, die ich einfach vors Gesicht halten kann 😉 ).

Es folgte ein recht entspanntes Brautpaar Shooting auf der Insel, dann noch eine nette Überraschung der Familie ( überragend die Idee!! ) – ein unglaublich leckeres und vegetarisches ( zumindestens für mich ) Mittagessen und am Nachmittag trafen sich alle noch einmal bei Kaffee und Kuchen und wir liesen diesen unglaublich entspannten Tag locker ausklingen.

Für einen Teil der Hochzeitsgesellschaft folgte dann noch die Fortsetzung des Abends davor…. das Ende habe ich nicht mehr miterleben können…. die Ausrede „ich bin zu alt dafür“ konnte ich nicht gelten lassen – denn wenn ich mich an den Brautvater erinnere, ist man nie zu alt um “ hart durchzuziehen“. Mein Respekt ….. wie sagte er: “ Ich hab´sie alle beerdigt ;-)“ Den Spruch kannte ich auch noch nicht.

Wie immer muss ich echt mal Danke sagen: Danke Resa und Nils – aber auch Danke an Claudia und Lars, es waren wirklich schöne und ziemlich sicher unvergessliche drei Tage!

Unten, nach den Bildern der Hochzeit auf Spiekeroog folgt dann der Rest, d.h. meine „Neujahrsansprache“ -für die, die Zeit haben.

 

Es folgt meine…. ich nenne es mal: “ Neujahrsansprache“ 😉

Wie jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich ein wenig Zeit “ mich zu resetten“ und Zeit darüber nachzudenken, wie ich das Leben in den nächsten Jahren mehr noch auf das wirklich Wesentliche für mich reduzieren kann. Im letzten Jahr verbrachte ich dazu viele Tage in Finnland mit meinem gutem Freund Lothar, mit sehr guten und langen Gesprächen. In diesem Jahr gab es ein paar ausgesuchte wirklich gute Bücher mit denen ich die Tage verbracht habe.

Am Ende blieben genau zwei Erkenntnisse die hängen blieben, die mir helfen für ein weiterhin sorgenfreies und glückliches Leben 😉 :

„Alles was wir tun, tun wir aus Angst oder Liebe“

und:

„Alles was wir haben wenn wir auf die Welt kommen ist das Bedürfnis zu Leben ( Also das Grundbedürfnis nach Sauerstoff, Nahrung und die Liebe unserer Erzeuger, sowie später der Wunsch nach Fortpflanzung  ( darauf gehe ich aber heute nicht weiter ein 😉 ) SOWIE eine nicht vorab festgelegte Zeit, bis genau das Leben vorbei ist.“

Dazu bekommt man noch eine Riesen Fläche die es zu erkunden und entdecken gilt – in Deutschland sagt man „Erde oder die „Welt““ dazu. 😉

Grundsätzlich ist zu den nun folgenden Zeilen vorab hinzufügen, dass die meisten Leser hier das unglaubliche Glück im Leben der vollen Freiheit haben, denn ohne diese ist ein Leben ohne Angst wohl kaum möglich – aber auch hierauf näher einzugehen würde ähnlich wie das Thema Fortpflanzung diesen Blogpost sprengen!

KURZ: Alles was ich mache, tue ich entweder aus ANGST oder LIEBE – das erstmal splitterfaser nackt – schreiend weil ich Futter und Wärme ( Liebe ) brauche – danach habe ich entweder verdammt wenig oder verdammt viel Zeit ( das ist relativ ) und in dieser Zeit habe ich – vorausgesetzt ich komme in einem freien Land zur Welt – die Welt zu entdecken, was man draus macht ist jedoch jedem selbst überlassen.

Also fing ich in den letzten paar Wochen an, mich jedesmal zu hinterfragen warum ich bestimmte Dinge mache. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich in den letzten Jahren das große Glück hatte, mehr und mehr, genau DASS in der Zeit die ich hatte und habe, zu tun was ich liebe.

Ich denke, dass ich früher mit großer Sicherheit, wie sicher sehr viele andere auch, viele Dinge getan habe um mir am Ende nur Sachen zu kaufen, die ich nicht brauche und Dinge zu machen, die ich nicht wollte um Leuten zu imponieren die ich nicht mag – zumindest unterbewusst.

Ich behaupte, dass es immer noch viele Menschen gibt, die einer Arbeit oder Sache nachgehen, die sie nicht lieben aus Angst nicht mehr die Anerkennung der Menschen um sich herum zu bekommen, die sie sich wünschen und einfach den ganzen Tag nur Erwartungen anderer erfüllen.

Ich bin in der Zwischenzeit sogar der Meinung, dass man mit Dingen die man leidenschaftlich betreibt und damit aus Liebe macht, mehr bekommen ( und sicher auch verdienen kann ) als bei einer Tätigkeit die man nicht liebt. Ich kenne unzählige Menschen die Top Jobs mit einem Riesen Gehalt ohne Angst in die Ecke geknallt haben, dann Dinge gemacht haben, die sie liebten und mehr zurück bekommen haben als sie sich jemals vorher vorstellen konnten.

Dann ist da noch das Ding mit der Zeit – wie oft hört man von Menschen die, sobald sie in Rente sind, bestimmte Reisen machen möchten und hier noch dies und noch das machen möchten. Ist Tag X dann gekommen, dauert es oft nicht lange und diese Menschen erleiden irgendeinen Schicksalsschlag…dann ist es vorbei mit dem was man sich alles vorgenommen hat. Es gibt halt nur dies unbestimmte Zeit, die wir leider nicht mit auf dem Weg bekommen um Dinge zu tun die wir lieben.

Ich versuche also 2015 weiterhin und vielleicht noch mehr als 2014, nur noch Dinge zu tun die ich liebe, das bedeutet auch mal „nein“ zu sagen, was mir bisher immer schwergefallen ist.
Viel wichtiger ist mir aber auch weiterhin viele Dinge zu tun, die ich immer schon machen wollte, vor denen ich aber Angst hatte/habe aus verschiedenen Gründen und sie deswegen gelassen habe…. Christina ich freu mich ganz besonders auf einen Besuch bei dir!

Denn je mehr ich am Ende aus Liebe und nicht aus Angst gemacht habe – bin ich mir sicher, dass wir im „letzten Bett“ nicht auf der Matratze liegen und nur mit Konjunktiven in den Sätzen arbeiten müssen. Ich will dort nicht  weinerlicher jammern müssen, „beinahe hätte ich mal“, oder „ich wollte immer mal“ – sondern glücklich auf das zurück blicken können was ich alles gemacht habe, weil das was ich tat nicht aus Angst gemacht habe, sondern aus Liebe.

So einfach ist das alles irgendwie 😉

Also, allen ein frohes Neues Jahr, alles Gute – nicht nur für 2015 und vor allem viel Gesundheit.

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